Basler Doppelbrot mit Ruchmehl

Hallo,

endlich gibt es mal wieder Brot – ich muss unbedingt mal wieder eines backen fällt mir gerade ein, vielleicht dieses leckere Brot mich Ruchmehl.

Ruchmehl?

Fragt ihr euch gerade was Ruchmehl ist? Vielleicht noch nie gehört?

Wichtig ist, Ruchmehl hat nichts mit Rauch zu tun, auch wenn man das als erstes ableiten würde.
Ruchmehl bezeichnet ein Weizenmehl das noch die äußeren Schalenschichten enthält. Hat aber dennoch nichts mit Vollkornmehl zu tun auch wenn es dunkler ist als das normale Weizenmehl.

Das Ruchmehl hat einen Mahlgrad von Type 1050 und enthält durch die Schalenschichten mehr Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine.

Was für mich jedoch am Wichtigsten ist, ist der Geschmack. Es lässt sich schwer beschreiben aber es hat eine besondere Note die das Brot oder Brötchen einfach zu etwas besonderem macht. Es gibt auch Ruchmehl aus Roggen, wobei das viel seltener vorkommt als das aus Weizen.

Besonders in der Schweiz ist dies ein typisches Brotmehl und von dort kenne ich es auch. Ich taste mich langsam an das Brot heran das ich in meiner Kindheit und auch noch heute bei jedem Schweizbesuch esse. Außen richtig feste Kruste und Innen fluffiger Brotteig mit großen Poren. So soll das perfekte Brot einmal werden. Und ein Bestandteil davon ist Ruchmehl bzw. Halbweißes-Mehl. Dieses habe ich aber noch nicht kaufen können, somit habe ich den Anfang mit Ruchmehl gemacht.

Das Ruchmehl verleiht beim Backen dem Brot auch eine besonders dunkle, kräftige Kruste. Das Brot kommt zwar nicht an das aus der Schweiz heran, ist dadurch aber auf keinen Fall schlecht sondern sehr lecker.

Leider findet man das Ruchmehl, zumindest bei uns, nicht im normalen Handel. Noch nicht mal in einem gut sortieren Supermarkt der sonst wirklich viel Auswahl an Mehl hat. Daher hatte ich ein Paket bei einer Mühle bestellt, zusammen mit dem ein oder anderen Mehl da es doch eine andere Qualität hat als das aus dem Supermarkt. Also auf jeden Fall eine Empfehlung wenn ihr mal etwas Neues ausprobieren möchtet.

Hefeteig

Das Mehl wird wieder nur mit Hefe hergestellt. Tatsächlich hatte ich noch immer keine Zeit und Muße mich mit Sauerteig zu beschäftigen. Es interessiert mich zwar richtig endlich einen eigenen Sauerteig zu Hause zu haben und ihn dann auch für das ein oder andere Experiment herzunehmen. Aber irgendwas hat mich bis jetzt immer abgehalten. Tatsächlich steht es noch immer auf meiner To Do Liste ganz oben und wenn mein Brot an das aus der Schweiz näher kommen soll, benötige ich dann auch Sauerteig.

Aber ich habe absolut kein Problem mit Hefebroten – ich finde sie lecker und auch ein bisschen „Idiotensicher“ wenn man das so sagen kann. Ich hatte aber auch noch nie Probleme mit Hefe, weder mit frischer wie wir sie hier bei diesem Brot benötigen noch mit getrockneter Hefe. Natürlich bevorzuge ich frische Hefe, aber wie man die letzten Wochen dank Corona mitbekommen hat, ist Hefe nicht immer leicht zu haben und daher hat sich mein eingefrorener Bestand wirklich als mehr als nützlich dargestellt.

Und dieses leckere Brot benötigt tatsächlich nicht mehr als 4 Zutaten und etwas Geduld. Aber die braucht man ja für Hefeteig immer und sollte man dem Teig auch geben. Denn ein Teig der zu schnell verarbeitet wird macht im Ergebnis einfach nicht so viel Freude. Und es geht ja auch um Genuss 🙂

Basler Brot

Hier kommen wieder ein bisschen meine Wurzeln ins Spiel. Viele Urlaube hatte ich in meiner Kindheit in Basel und Umgebung verbracht. Da die Verwandtschaft dort lebt und meine Oma alle paar Monate nach Basel gefahren ist, sind wir ganz oft mitgefahren. Viele tolle Erinnerungen hängen an Basel, denn ein großer Teil der Verwandtschaft ist leider nicht mehr da und so hat man dann zwar noch die Erinnerung aber kann keine neue erschaffen.

Vielleicht hänge ich dadurch noch mehr an dem Geschmack von diesem speziellen Brot dem ich auf der Spur bin. Diesem Geschmack nach Freiheit, Kindheit und Zufriedenheit und ganz viel Erinnerungen.

Traditionell gab es wenn wir nach Basel kamen direkt das Brot und Landjäger. Mehr brauchte es für mich einfach nicht, ich hatte mich den gesamten Aufenthalt nur von diesen zwei Lebensmitteln ernähren können und habe ich denke ich auch fast nur gemacht. Schließlich gab es das Brot bei uns hier gar nicht und Landjäger schmecken noch immer nicht so wie das Original. Und auch wenn unsere Verwandtschaft zu uns kam waren immer ein bis zwei Laibe Brot und Landjäger dabei.

Später kam dann noch guter Käse dazu, aber die Grundausstattung ist Brot und Wurst 😀

Rezept

Basler Doppelbrot mit Ruchmehl

Brot mit Ruchmehl

Gericht Brot, Ruchmehl
Länder & Regionen Basel, Schweiz
Keyword Brot, Ruchmehl
Vorbereitungszeit 20 Minuten
Zubereitungszeit 2 Stunden 30 Minuten
Backzeit 1 Stunde
Arbeitszeit 3 Stunden 50 Minuten
Portionen 2 kleine Brote

Zutaten

  • 500 g Ruchmehl Weizen
  • 350-400 ml Wasser
  • 23 g frische Hefe
  • 10 g Salz

Anleitungen

  1. Mehl in eine Schüssel geben

  2. Eine Mulde formen und darin die Hefe hineinbrösel und Salz dazu geben.

  3. Erstmal ca. 350 ml lauwarmes Wasser angießen und alles für ca. 10 Minuten zu einem geschmeidigen, leicht klebrigen Teig verarbeiten.

    Ggf. in kleinen Mengen zusätzliches Wasser dazu geben

  4. Wenn der Teig sich geschmeidig anfühlt mit einem Tuch abgedeckt mindestens 50 Minuten ruhen lassen. Der Teig sollte sich dann verdoppelt haben.

  5. Teig aus der Schüssel auf die bemehlte Arbeitsfläche geben, leicht andrücken und von allen vier Seiten in die Mitte falten.

    Mit der Naht nach unten wieder in die Schüssel geben und abgedeckt nochmals 50 Minuten ruhen lassen.

  6. Vorgang noch einmal wiederholen und nochmals 50 Minuten ruhen lasen.

  7. Ofen auf 240 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Backblech mehlen (ich hatte eine Dauerbackfolie genommen)

  8. Brot nun in zwei Stücke teilen und rund formen.

    Brot komplett mit Mehl behüllen. Nochmals gehen lassen.

  9. Brote nah aneinander gelegt aus Blech legen - das Brot soll später zusammenwachsen

  10. Nun für ca. 50-60 Minuten backen.

    Keine Sorge, die Krumme soll richtig dunkel werden, aber nicht verbrennen. Das Brot ist fertig wenn es sich dumpf anhört wenn man an die Unterseite klopft.

    Aber Vorsichtig sein, das Brot ist heiß!

Habt ihr schon mal Ruchbrot gegessen bzw. kennt ihr vielleicht das Original Brot aus Basel?

Seid mutig und probiert mal was Neues aus und bestellt Mehl mal aus einer Mühle, ich sag euch nicht nur Spezialmehle gibt es dort sondern auch die Qualität von normalem Mehl wird euch überzeugen.

Viel Spaß beim nachbacken

Liebe Grüße

Soni

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