Dresdner Eierschecke – eine Erinnerung an unseren Besuch in Dresden

Hallo,

vielleicht habt ihr es ja auf meinen Social-Media Kanälen verfolgt, wir hatten einen kleinen Kurzurlaub in Dresden verbracht um einfach mal aus dem Alltag  zu fliehen. Schon zuvor hatte man mir gesagt, ich solle unbedingt die Eierschecke mal probieren, also war es mein  Ziel in den drei Tagen die wir in Dresden waren, unbedingt diesen Kuchen  zu probieren.

Und am  zweiten Tag hat es dann perfekt gepasst und ich habe nun auch die Dresdner Eierschecke kennen lernen dürfen.

Eierschecke

Kennt ihr Eierschecke oder vorher auch noch nicht gehört? Ich hatte zwar den Namen schon in dem ein oder anderen Backbuch gelesen, hatte mich jedoch aus irgendeinem Grund nie angesprochen. Vielleicht war es doch der Name, wenn ihr meinem Blog schon ein bisschen folgt wisst ihr was ich von der Verwendung von Eiern in manchen Gerichten halte.

Falls ihr die Eierschecke nicht kennt, möchte ich sie euch gleich erstmal vorstellen.

Die Eierschecke ist ein traditioneller Kuchen aus Sachsen und Thüringen und könnte man auch als eine Art Käsekuchen bezeichnen. Sie besteht aus drei Teilen, dem Kuchenboden, einer Quarkmasse und der oberen Pudding-Ei-Masse und hat wohl auch dadurch den Namen erhalten. Denn in dem 14. Jahrhundert hat man ein dreiteiliges Männer-Bekleidungsstück als Schecke bezeichnet. Da auch der Kuchen diese Einteilung hat, liegt es Nahe das der Name sich davon abgeleitet hat.

Erich Kästner sagte: „Die Eierschecke ist eine Kuchensorte, die zum Schaden der Menschheit auf dem Rest des Globus unbekannt geblieben ist.“

Und so ist es wohl wirklich so, dass man es nur in diesen Regionen kennt und liebt, denn an wirklich jeder Ecke gab es kleine Cafés die Eierschecke angeboten haben. Man ist auf jeden Fall sehr stolz auf dieses Gebäck und nachdem ich es probiert habe, kann ich es wirklich sehr gut nachvollziehen.

Traditionell wird der Kuchenboden aus Hefeteig zubereitet, hier ist meine Variante etwas anders, denn ich hatte einen Mürbteig genommen. Ich würde aber auch sagen, dass das Stück das ich in Dresden genossen habe auch nicht mit Hefeteig hergestellt wurde. Aber hier gibt es bestimmt auch wieder zig Varianten und jede Familie hat hier ihr eigenes Rezept.

Ich hatte bei meiner Recherche auch schon Varianten mit Rosinen gesehen. Wie immer gilt, erlaubt ist was schmeckt 🙂

Dresden

Den Kuchen hatte ich dann gleich in der folgenden Woche nach unserem Dresden Besuch gebacken. Ich hatte noch Urlaub und wollte dann eh mal ein bisschen Backen und so hat es sich gleich wunderbar ergeben. So hatte ich dann das Gefühl einfach ein paar weitere Tage erhalten können, auch wenn natürlich das Frühstück im Hotel gefehlt hat 🙂

Wenn ich jetzt schon die Eierschecke gemacht habe, möchte ich euch auch noch etwas zu Dresden sagen.

Wart ihr schon mal in Dresden? Wenn ihr diese Frage mit NEIN beantwortet, möchte ich euch hier meine absolute Empfehlung aussprechen.

In Dresden wird zwar viel gebaut, die ganzen Sehenswürdigkeiten sind also aktuell nur mit Kran und anderen Baumaschinen in Bilder festzuhalten, trotzdem erkennt man sie noch ganz gut und ein Besuch ist auf jeden Fall lohnenswert. Wenn man nach Dresden kommt, kommt man an die Geschichte die mit dem zweiten Weltkrieg verbunden ist, nicht vorbei. Schließlich wurde kurz vor Kriegsende Dresden fast komplett zerstört. Meistens kennt man hier nur die Frauenkirche, aber wenn man sich die Bilder ansieht, erkennt man das eigentlich die Innenstadt nicht mehr existiert hat. Wirklich verrückt und sollte wirklich einen in Erinnerung rufen, wie gut wir es doch haben.

Meine Generation ist sich denke ich, nicht immer Bewusst wie gut es uns geht, denn schließlich haben wir keinen Krieg direkt miterleben müssen und auch meine Eltern kennen dies nur aus den Erzählungen und aus den Geschichtsbüchern. Dafür sollte man wirklich sehr dankbar sein, gerade wenn man die Bilder sieht und jetzt an diesem Punkt steht, wo eigentlich vor zig Jahren einfach nichts mehr übrig war.

Natürlich hat jede Stadt hier seine Geschichte und Dresden war natürlich nicht die einzige Stadt die so nicht mehr existiert hat, aber hier finde ich es immer noch sehr präsent. Da auch in der Stadtführung etc. immer wieder darauf hingewiesen hat.

Ein Besuch der Frauenkirche ist daher ein absolutes MUSS – Wahnsinn was hier wieder aufgebaut wurde und richtig schön. Empfehlenswert ist auch eine Führung, die wir allerdings nicht gemacht hatten, hier kann man nämlich bis in die Kuppel und muss einen wunderbaren Blick auf die Stadt haben.

Die ganzen Sehenswürdigkeiten liegen alle gut beieinander, so dass man viel zu Fuß ablaufen kann und immer wieder vor einem neuen Gebäude mit viel Historie steht. Unser Hotel war auch direkt in der Innenstadt, wir sind also vom Hotel rausgegangen und standen an der Frauenkirche. Ich kann hier ein Hotel so zentral absolut empfehlen, denn so kann man einfach auch gleich früh bevor die Besucherströme kommen, die Stadt erkunden.

Für uns waren die 2 Nächte absolut ausreichend, wir haben alles gesehen was wir uns vorgenommen hatten. Natürlich hatten wir jetzt keine Führungen etc. gemacht, da wir so viel Glück mit dem Wetter hatten und dann lieber die Zeit in der Sonne genossen haben, aber einen Tag länger kann man mindestens bleiben, um so noch ein paar Musen zu besuchen oder sich einfach mehr Zeit auch für Führungen zu nehmen.

Und wenn ihr in Dresden seid, unbedingt die Eierschecke probieren 😉

Wenn ihr jetzt nicht vorhabt nach Dresden zu fahren, kann ich euch aber das Rezept für den Kuchen nahelegen. Er schmeckt wirklich sehr cremig und ist eine absolute Empfehlung, auch ohne einen Dresdenbesuch

Rezept

Dresdner Eierschecke

Käsekuchen und doch etwas anders

Gericht Käsekuchen, Kuchen
Länder & Regionen Dresden
Keyword Käsekuchen, Kuchen
Vorbereitungszeit 1 Stunde
Backzeit 1 Stunde
Portionen 8 Stücke

Zutaten

Teig

  • 100 g Mehl
  • 1/2 Päckchen Backpulver
  • 50 g Margarine
  • 20 g Zucker
  • 0,5 Ei Größe M

Käsekuchen-Teil

  • 250 g Quark 20%
  • 0,5 Ei Größe M
  • 90 g Zucker
  • 1 EL Speisestärke
  • 1 Päckchen Vanillezucker

Pudding-Teil

  • 1/2 Päckchen Vanillepudding (entspricht 18g)
  • 250 ml Milch
  • 1 EL Zucker
  • 100 g Butter
  • 2 Eier Größe M

Anleitungen

  1. Für den Teig die Margarine mit dem halben Ei vermischen.

    Dafür das Ei in eine kleine Schüssel geben und kurz verschlagen. Dann ca. die Hälfte zur Margarine geben - den Rest für den Käsekuchen-Belag aufheben

  2. Mehl, Backpulver und Zucker dazu geben und zu einem festen Teig verkneten.

    In Folie gepackt für mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

  3. Nun wird der Pudding gekocht. Dafür die Milch in einen großen Topf geben.

    Etwas von der Milch abnehmen und das Puddingpulver zusammen mit dem Zucker verrühren, es dürfen keine Klumpen entstehen.

  4. Milch aufkochen lassen. Sobald diese kocht das Puddinggemisch unter rühren dazu geben und fest werden lassen.

    Vom Herd nehmen

  5. Nun die Butter in den heißen Pudding rühren

  6. Sobald die Butter aufgelöst ist eine Frischhaltefolie auflegen und abkühlen lassen.

  7. In der Zwischenzeit kann der zweite Belag eingerührt werden. Dafür den Quark mit dem halben Ei, Zucker, Speisestärke und Vanillezucker verrühren.

  8. Ofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

  9. Teig aus dem Kühlschrank nehmen und ausrollen, er muss den gesamten Boden sowie einen Rand entsprechen.

    Backform mit Backpapier auslegen und Ränder mit Butter einfetten.

  10. Nun den Teig in die Form geben und festdrücken.

  11. Käsekuchenmasse nun auf dem Boden verteilen.

  12. 2 Eier trennen, Eigelb zum Pudding geben und verrühren. Eiweiß aufschlagen

  13. Eiweiß zu einem festen Eischnee schlagen und dann vorsichtig unter den Pudding geben.

  14. Vorsichtig auf Belag 1 verstreichen.

  15. Nun in den vorgeheizten Ofen geben und für ca. 50-60 Minuten backen.

    Der Belag sollte oben recht dunkel sein und es ist in Ordnung wenn der Belag noch etwas weich ist, dieser wird beim abkühlen dann fest.

  16. Mindestens 60 Minuten in der Form auskühlen lassen und dann vorsichtig aus der Springform lösen.

  17. Wer möchte kann ihn nun mit etwas Puderzucker bestäuben.

Für mich ist der Kuchen gerade etwas „heile Welt“ da vor nicht mal einen Monat alles noch anders war, auch wenn schon vieles Bekannt war hatte man immer gedacht so schlimm wird es nicht werden. Der Besuch in Dresden kam gerade noch  zur richtigen  Zeit, eine Woche später wären wir wahrscheinlich gar nicht mehr gefahren.

Aber so habe ich noch ein paar schöne Erinnerungen sammeln können, ein paar Tage raus aus dem Alltag der jetzt ganz anders ist als vor 4 Wochen und natürlich durfte ich die Dresdner Eierschecke kennen lernen.

Wenn ihr also auf der Suche nach einem richtig leckeren Soulfood Kuchen-Rezept seid, dann ist dieses hier richtig.

Viel Spaß beim nachbacken und vielleicht weckt es ja die ein oder andere Dresden-Erinnerung auch bei euch

Liebe Grüße

Soni

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