Fasnachtskiechli – Faschingsgebäck aus Basel

Hallo,

ich bin ja gar nicht so der Faschingsfan, aber eine Ausnahme mache ich doch sehr gerne. Denn wenn es um Krapfen oder eben Fasnachtskiechli geht werde ich sogar ein Freund von dieser Saison.

Fasnachtskiechli

Ein Stück Kindheit – viele schöne Erinnerungen hängen daran. Natürlich nicht an dem Gebäck selbst, aber an die Zeit die ich bei meiner Verwandtschaft in Basel und in Freiburg verbracht habe. Und ein Teil dieser Erinnerungen sind eben diese Küchle die es traditionell zur Fasnacht, also Fasching, gibt. Ich glaube sogar nur zu dieser Zeit, so habe ich mich immer besonders gefreut wenn wir gerade in dieser Saison in der Schweiz waren oder meine Verwandtschaft mir das ein oder andere Paket mit dieser Leckerei mitgebracht hat.

Selbstgebacken wurde es nicht, zumindest hatte ich nie die Chance es als etwas zu Hause gebackenes zu essen, aber bei dem großen Supermarkt um die Ecke gab es eben diese leckeren Fasnachtskiechli mit ihrer besonderen Verpackung. Es waren große, runde Platten mit ganz vielen Blasen und ganz viel Puderzucker. Bis man sie aufgemacht hat, sind schon die ersten Teile abgebrochen und man hatte gleich noch einen Grund mehr zu naschen.

Die Verpackung war bunt, wie Konfetti und aus durchsichtiger Folie, so dass man die Küchle gleich gut sehen konnte. Ist doch verrückt wie man sich an so etwas noch erinnern kann, aber manchmal nicht weiß was man vor einer Woche gemacht hat.

Schon seit Jahren hatte ich sie so nicht mehr gegessen, es gab einfach keine Gelegenheit in die Schweiz zu fahren bzw. auch zu dieser Zeit vor Ort zu sein. Und durch einen weiteren Zufall, dass ich eigentlich die italienische Variante die Chiacchiere machen wollte, dachte ich mir ich mache doch den Ausflug in die Schweiz. Chiacchiere werden länglich ausgerollt und eingeschnitten und dann im Fett ausgebacken. Der Teig unterscheidet sich aber auch kaum.

Nachdem ich Fettgebackenes nicht so gerne mag, wusste ich zuerst nicht ob ich sie wirklich zubereiten soll. Schließlich hat man dann Wochen etwas davon und das nicht nur auf den Hüften. Aber mir war nach Soulfood, ein bisschen Seelenfutter und schöne Erinnerungen an eine lang vergessene Zeit. Was soll ich sagen, der Aufwand hat sich gelohnt, die Sauerei hat sich in Grenzen gehalten und ich schreibe diese  Zeilen nun mit einem leckeren Fasnachtskiechli neben mir und verwandle meinen Schreibtisch in ein Puderzuckerparadies 🙂

Aber es lohnt sich 🙂

Badische Scherben und anderes Faschingsgebäck

Aus der Kategorie Fettgebackenes gibt es noch viele verschiedene Leckereien, die aber alle ähnlich den Fasnachtskiechli sind. So gibt es zum Beispiel die Badischen Scherben, Schmalzgreben oder auch Fasnachtsküchle oder aber auch Berliner/Krapfen oder Küchla gehören dazu. An sich ähneln sich sich, aber teilweise eben mit Hefeteig zubereitet.

Die Fasnachtskiechli werden jedoch nicht mit Hefeteig zubereitet sondern ein ganz einfacher Teig mit nur wenigen Zutaten. Er braucht nur etwas Ruhe und schon kann er verwendet werden.

Auch wenn es keiner Diät oder bewussten Ernährung zuträglich ist, aber dieses Gebäck ist einfach ein Traum. Es erinnert ein bisschen an die fränkischen Küchla, aber nur den inneren Teil der eigentlich ja sowieso das Beste an den Küchla ist 🙂

Wenn das mit dem ausbacken nicht immer so viel Aufwand und Arbeit wäre, würde ich wohl viel öfter mal etwas ausprobieren bzw. nachmachen. Denn das Ergebnis am Ende überzeugt ja schon immer und so lohnt sich auch die Arbeit für diese Spezialität. Man muss sich nur im klaren sein, dass man in der Wohnung zumindest die nächsten Tage noch viel Freude daran haben wird 🙂 Aber es könnte definitiv einen schlechteren Geruch geben und die Küche würd auch mal wieder grundgereinigt 🙂

Gibt es bei euch ein traditionelles Gebäck zu Fasching?

Feiert ihr Fasching bzw. Fasnacht?

Ich würde ja gerne mal zur Fasnacht nach Freiburg oder in die Schweiz, was ja so gar nichts mit dem Faschingstreiben hier bei uns in Deutschland zu tun hat. Eher traditioneller aber nicht weniger spannend oder aufregend. Irgendwann werde ich es mal einplanen und mich natürlich dann auch durch das große kulinarische Angebot kämpfen, das es speziell für diese Zeit gibt. Natürlich alles nur zum Zweck der Forschung und damit ich euch berichten kann 😉

Damit ihr auch in den Genuss der Fasnachtskiechli kommt, folgt nun auch schon das Rezept

Fasnachtskiechli

Traditionelle Fasnachtskiechli aus Basel

Gericht Fettgebackenes, Küchla, Schmalzgebäck
Länder & Regionen Basel, Schweiz
Keyword Fasnachtskiechli, Küchla, Schmalzgebäck
Vorbereitungszeit 20 Minuten
Zubereitungszeit 1 Stunde 30 Minuten
Portionen 35 Stück

Zutaten

Teig

  • 25 g flüssige Butter
  • 25 g Zucker
  • 2 Eier Größe M
  • 55 g Milch
  • 5 g Vanillesalz
  • 280-300 g Mehl

sonstiges

  • Puderzucker
  • Frittieröl

Anleitungen

  1. Für den Teig die Butter bei kleiner Hitze in einem Topf schmelzen

  2. Eier mit Zucker und Vanillesalz aufschlagen

  3. Milch dazu geben und gut verrühren

  4. Mehl dazu geben, erstmal mit den 280g anfangen ggf. später dann nochmal etwas Mehl dazu geben

  5. Grob verrühren und nun die flüssige Butter dazu geben und alles zu einem glatten Teig erarbeiten.

  6. Der Teig sollte fest sein und nicht mehr kleben.

  7. Abgedeckt für ca. 1 Stunde ruhen lassen, damit er sich entspannen kann

  8. Nun ca. 15-20g große Stücke abschneiden.

  9. Die Teigstücke ganz fein ausrollen, man sollte durchsehen können. Bei mir konnte man das Muster der Arbeitsplatte erkennen, dann ist der Teig perfekt.

    Die Seiten rollen sich nach dem ausrollen etwas nach oben, dann ist der Teig dünn genug

  10. Mit etwas Mehl bestäuben und dann auf einem Teller sammeln, dazwischen immer wieder eine Folie damit es nicht zusammenklebt

  11. Mit einem feuchten Tuch abdecken, da der Teig nicht trocken werden darf.

  12. Öl in einem Topf aufheizen. Holzzange bzw. Stäbchen oder Schaumkelle bereitlegen.

    Zwei Teller mit Küchenpapier auslegen, damit die Fasnachtskiechli abtropfen können

  13. Ein Stück Teig in den Topf geben und mit den Stäbchen in das Fett tauchen, es bilden sich sofort Blasen. Den Teig nochmal komplett untertauchen.

  14. Sobald der Teig hellbraun ist, umdrehen und von der anderen Seite auch hellbraun backen

  15. Fasnachtskiechli auf dem Küchenpapier abtropfen lassen und so nun mit den restlichen Teigstücken verfahren

  16. Vor dem Servieren dick mit Puderzucker bestreuen

Meine Fasnachtskiechli sind sehr klein, so konnte ich sie in einem kleinen Topf ausbacken, ich hatte dann das Gefühl den Geruch etwas in Grenzen halten zu können, außerdem lassen sie sich besser aufheben.

Und sie sollten eigentlich richtig Rund sein, aber ich schaffe es einfach nicht. Finde sie aber so auch sehr schön und lecker sind sie sowieso.

Viel Spaß beim nachmachen

Liebe Grüße

Soni

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