Fränkischer Aniskipf

Hallo,

habt ihr schon mal von einem Aniskipf gehört? Nein, perfekt, denn diesen möchte ich euch heute am 1. Advent vorstellen.

Fränkischer Aniskipf

Gerne hätte ich diesen Post damit gestartet, dass dies ein Familienrezept ist und Tradition seit vielen Jahren ist. Aber leider muss ich euch enttäuschen, außer das ich eine waschechte Fränkin bin hatte ich bis jetzt mit dem Aniskipf noch keine Berührung. Tatsächlich sind selbst innerhalb der fränkischen Bezirke die Rezepte teilweise so unterschiedlich, dass ich tatsächlich erst dieses Jahr das erste Mal von dem Aniskipf gehört habe.

Dieser hat mich aber sofort interessiert, schließlich ist es etwas regionales und ich bin immer offen für Neues. Dazu muss ich gestehen, dass mich der Mohn ganz schön angesprochen hat, wie ihr aus dem ein oder anderem Rezept ja schon mitbekommen habt, liebe ich alles mit Mohn. Also kein Wunder, dass dieses Hefegebäck meine volle Aufmerksamkeit erhalten hat 🙂

Das Rezept kommt aus Mittelfranken und ist in Nürnberger/Fürther Raum recht bekannt, hier in Oberfranken hatte ich bis jetzt jedoch noch keinen gefunden der direkt wusste, von was ich spreche. Das war dann noch ein Grund mehr, mich mehr damit zu beschäftigen.

Dazu fange ich jetzt erstmal mit dem Wort selbst an.

Kipf – was ist denn bitte ein Kipf?

Kipf ist eigentlich nur ein anderes Wort für längliches (Weiß)Brot und schon erklärt sich auch die Form des Aniskipf sehr klar. Mein erster Gedanke war auch eher ein Kipferl, was ja eine Art Hörnchen ist, aber tatsächlich hat es gar nichts damit zu tun sondern hat seinen Ursprung vom Brot.

Unter dem Wort Kipf findet man auch das ein oder andere Brötchenrezept, mit der Zeit hat sich das Wort also etwas gewandelt und kann sowohl für Brot als auch Brötchen genutzt werden.

Anis

Natürlich werde ich euch jetzt nichts zum Thema Anis erzählen, ich denke bei diesem Gewürz scheiden sich wieder die Geister. Entweder man liebt ihn oder man hasst ihn, dazwischen liegt sehr wenig. So geht es wohl auch einigen mit Mohn, so kommen hier schon zwei Komponenten zum Einsatz die für manche das KO-Kriterium schlechthin für dieses Rezept wären.

Anis ist aber in Franken sehr gerne genutzt und kommt nicht nur in süßen Speisen zum Einsatz. Gerade hier in Oberfranken verwenden wir ihn auch für Brötchen und in meiner Nachbarstadt Kulmbach für den sogenannten Bratwurststollen. Einem Brötchen mit Anis in dem typisch fränkische Bratwürste geklemmt werden. Aber auch aus Bamberg kenne ich das ein oder andere Brötchen mit Anis. Neben Kümmel ein sehr gerne genutztes Gewürz  hier in unserer Gegend.

Auf meiner großen und immer länger werdenden Liste stehen übrigens auch Anisbrezen, diese sind einfach so lecker. Ich weiß gar nicht ob es diese außerhalb von Franken überhaupt gibt aber wenn sie gut gemacht sind, könnte ich mich daran sattessen. Es ist aber eine Kunst die Brezen wirklich so hinzubekommen, dass sie zwar schön knusprig sind, aber trotzdem im Inneren soft bleiben. Der ein oder andere Bäcker sollte diese definitiv aus dem Programm nehmen, denn diese Anisbrezen könnte man als Hammer verwenden 😀 Aber ich darf dazu nichts weiter sagen, ich hatte mich noch nicht daran versucht, aber ich denke es wird nicht einfach werden das perfekte Rezept zu finden.

Ihr könnt also schon sehen, Anis ist sehr gerne hier in (Ober)Franken genutzt und passt perfekt zu süßen aber auch herzhaften Gerichten.

Fränkischer Stollen?

Ganz soweit würde ich nicht gehen, in den Aniskipf gehören zwar auch Rosinen ab außer diese und dem Hefeteig hat das Rezept doch nichts gemeinsam. Der Hefeteig ist auch recht kompakt, was auch erklärt dass man es eher als süßes Brot mit Butter (nicht für mich *g*) genießt als Pur. Ich hatte ihn jedoch zum Frühstück bzw. Kaffee gegessen und fand ihn dazu auch perfekt.

Aber das kann man dann so machen wie es einem am besten gefällt und natürlich schmeckt. Durch den Mohn auf der Außenseite bekommt der Aniskipf auf jeden Fall nochmal eine ganz andere Geschmacksrichtung und sowohl Anis als auch Mohn unterstützen sich perfekt. Kein Geschmack ist zu dominant um den anderen zu übertönen. Eine richtig schöne ausgewogene Mischung von tollen  Zutaten.

Das war definitiv nicht der letzte Aniskipf den es bei uns gab. Damit ihr auch in die fränkischen Traditionen eintauchen könnt, kommt hier auch schon das

Rezept

Fränkischer Aniskipf

süßes Hefebrot mit Anis und Mohn

Gericht Hefegebäck
Länder & Regionen Franken
Keyword Anis, Hefegebäck, Kipf, Mohnschnecke
Vorbereitungszeit 1 Stunde 25 Minuten
Zubereitungszeit 30 Minuten
Backzeit 30 Minuten
Portionen 2 kleine Kipf

Zutaten

Teig

  • 500 g Weizenmehl
  • 130 ml lauwarme Milch
  • 1 Prise Zucker
  • 20 g frische Hefe
  • 40 g Butter
  • 50 g Butterschmalz
  • 80 g Zucker
  • 1 Ei Größe M
  • 1 Prise Vanillesalz
  • 1 EL Anis ganz
  • 1 TL Zitronenpaste
  • 80 g Rosinen

zum Bestreuen

  • Milch
  • Mohn

Anleitungen

  1. Mehl in eine Schüssel geben und Hefe hineinbröseln. 1 Prise Zucker dazu geben

  2. Mit der lauwarmen Milch aufgießen und etwas Mehl vom Rand mit dem Hefe und der Milch vermischen

  3. Für ca. 15 Minuten gehen lassen bis die Hefe sich aufgelöst hat und der Vorteig kleine Blasen schlägt.

  4. Butter und Butterschmalz bei kleiner Hitze im Topf schmelzen

  5. Zucker, Salz, Anis, Ei und Zitronenpaste zum Teig geben und verrühren

  6. Butter langsam dazu gießen und gut vermengen. Zum Schluß die Rosinen unterheben

  7. Den Teig abgedeckt an einem warmen Ort für mindestens 1 Stunde gehen lassen.

  8. Ofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen und Backblech mit Backpapier auslegen.

  9. Teig kur durchkneten und in zwei Teile schneiden. Jedes Teigteil zu einem länglichen Brot formen und auf das Backblech legen

  10. Kipf mit Milch einstreichen und mit Mohn bestreuen.

  11. Für ca. 25-30 Minuten im Ofen goldbraun backen

  12. Aus dem Ofen nehmen und auskühlen lassen. Luftdicht verpackt hält sich der Aniskipf für ein paar Tage. Am Besten schmeckt er jedoch lauwarm direkt am Tag des Backens

Ich würde mich freuen von euch zu erfahren, ob ihr den Aniskipf bereits kennt oder ob er bis jetzt für euch unbekannt war.

Bzw. was ihr von der Mischung Anis/Mohn haltet?

ich würde mich über den Austausch freuen um so auch herauszufinden welche Rezepte euch besonders gut gefallen.

Schönen 1. Advent, genießt den Sonntag

Liebe Grüße

Soni

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2 Kommentare

  1. Wilma Gschaider
    17. Dezember 2020 / 16:02

    Kenne den Aniskipf schon von meiner Kinderzeit. den hat meine Oma immer gebacken, wie hier das Rezept.
    Schmeckt sehr gut, besonders in der Advent bzw. Weihnachtszeit.
    Ganz lieber GrußWilma

    • Soni
      Autor
      17. Dezember 2020 / 20:55

      Schön zu hören, ich bin auch begeistert und wird es bestimmt öfter geben, auch außerhalb der Weihnachtszeit.

      Schöne Vorweihnachtszeit und Feiertage, LG Soni

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