Granatsplitter – Resteverwertung Deluxe

 

Hallo,

nach Weihnachten ist vor dem Granatsplitter – so oder so ähnlich hätte auch die Überschrift lauten können.

Granatsplitter

Ich vermute jeder von euch kennt diese kleinen Kalorienbomben vom Bäcker, es gibt sie nicht jeden Tag und wenn man sie isst, schmecken sie jedes mal ein bisschen anders. Der Grund ist ganz klar, denn auch beim Bäcker werden die Kuchen-/Gebäckreste zu Granatsplittern verwertet. Denn dort gibt es noch mehr Reste als bei mir in meiner kleinen Bäckerei 🙂 Ich habe auch gelesen, dass man diese unter Punschberg kennt. Den Begriff habe ich am Ende tatsächlich noch nie gehört, aber so lange es schmeckt ist der Name ja egal.

Die Idee ist natürlich ganz einfach, Reste werden mit einer Flüssigkeit bzw. einem „Kleber“ verbunden, in Form gebracht mit Schokolade überzogen und dann verkauft. Und ich muss gestehen, ich liebe Granatsplitter aber auch das schlechte Gewissen schlägt dann immer wieder zu. Denn das sind ganz schön viele Kalorien die in so einer Portion stecken. Aber nach einem schlechten Arbeitstag oder einfach weil ich große Lust darauf habe, gönne ich mir doch mal einen.

Lange wollte ich sie ausprobieren, aber oft gab es einfach keine Reste. Vor ein paar Jahren, zu Beginn meines Blogs, hatte ich welche mit einem Rezept aus dem Internet „gebacken“ und diese waren schon auch echt lecker. Aber dieses Mal hatte ich gar kein Rezept auf dessen Basis ich hier gearbeitet habe, sondern hab einfach ein bisschen Sachen gemischt die ich zu Hause hatte und was den gleichen Effekt bringen sollte.

Die Basis von Granatsplitter ist sehr oft Buttercreme, weil sie einfach eine schöne Bindung bringt und auch wieder fest wird. Aber das war mir einfach zu viel, was aber nicht fehlen durfte war der Rumgeschmack für den ich die Granatsplitter auch immer sehr gerne mag. Da ich dieses Jahr mehr als genug Plätzchen übrig hatte, hätte ich auch einen Fehlversuch verkraften können 🙂

Experiment geglückt

Ich glaube ich habe euch noch nie verraten wie ich mich an einem neuen Rezept heranwage. Klar lasse ich mich oft dann auch im Internet und bei Facebook, Instragam und Co inspirieren, aber am Ende kommt doch was „eigenes“ heraus.

Vor fast 2 Jahren hatte ich ein Ideen-/Rezeptbuch angefangen, das die meiste Zeit zwischen Küche und Büro hin und her wandert, in dem ich alle Ideen bzw. neuen Rezepte aufschreibe. Das ist ein Buch das so keiner sehen sollte, denn da es beim Kochen und Backen neben mir liegt, bekommt es auch ab und zu mal ein bisschen Mehl oder Flüssigkeit ab, aber generell sieht es für die 2 Jahre noch super aus. Aber der Inhalt ist meine Schatzkiste.

Hier wird alles aufgeschrieben was ich zu dem Gericht gebe, dann entweder gestrichen oder nochmal mit Mengen ergänzt, da noch etwas verfeinert werden muss. Oder auch eine ganz neue  Zutat hinzugefügt, da noch das gewisse Etwas gefehlt hat. Am Ende, wenn das Essen oder das Gebäck fertig ist, wird entschieden ob ich es in den Blog bringen möchte oder nicht. Die Rezepte schlummern dann ein bisschen in meinem Buch,  und vielleicht versuche ich mich dann später nochmal daran, ändere die Zutaten ab und wenn es dann nicht klappt – dann wird das Rezept endgültig gestrichen.

So kann ich das Versprechen das ich euch gebe auch wirklich halten, Geschmack ist immer dann noch eine andere Komponente, aber Gelingsicher sollten alle meine Rezepte sein, denn sie sind alle von mir mindestens einmal gemacht worden und ich denke meine Anleitung ist auch sehr detailliert.

Daher freut es mich immer, wenn ich euch ein neues Rezept vorstellen darf, denn das bedeutet meine Bemühungen haben geklappt und ich kann es euch ohne schlechtes Gewissen empfehlen.

Eine weitere Kategorie in meinem Buch sind die Rezepte die gut sind, vielleicht zu gut und für die es keine schönen, guten Bilder gibt. Gründe dafür gibt es viel, ich hatte es für eine Feier gemacht oder wenn Gäste da waren und ich keine Zeit hatte, oder meine Bilder hatten mich am Ende nicht überzeugt. Hier gibt es so einige Rezepte in meinem Buch und warten nochmal zubereitet zu werden um dann endlich in den Blog zu kommen.

Resteverwertung – Granatsplitter

Das Rezept für die Granatsplitter ist natürlich recht einfach, man nimmt Reste und verarbeitet sie zu etwas Neuem. Dabei ist es eigentlich egal ob man Plätzchen, so wie ich, oder Kuchen oder anderes Gebäck übrig hat. Alles lässt sich zu Granatsplitter verarbeiten. Es kann nur sein das sich die Menge an Flüssigkeit evtl. verändert. Denn ein Kuchen ist natürlich saftiger als trockene Plätzchen. Hier muss man dann einfach ein bisschen nach Gefühl arbeiten.

Resteverwertung hört sich immer so negativ an, nach etwas was man halt isst weil es übrig ist. Aber das stimmt nicht, denn nicht nur Granatsplitter sind dafür super geeignet, sondern auch Cake Pops. Rezepte dafür findet ihr auch schon im Blog:

Cake Pops mit Buttercreme

Osterei Cake Pops

 

Denn das ist am Ende auch nichts anderes, denn Kuchenreste werden zu den Cake Pops geformt und mit Schokolade überzogen. Wenn man es so will, sind das ganz kleine Granatsplitter. Und auch wenn der Zeitaufwand bis die Granatsplitter fertig sind etwas größer erscheint, ist es doch eigentlich ganz einfach und benötigt auch nicht viele Zutaten. Und die Zutaten die ich verwendet habe, ergeben den klassischen Granatsplitter Geschmack, aber wer sagt denn, dass man nicht statt einer Vanillecreme auch eine Schokocreme nutzen kann. Oder das Aroma von Kaffee schlecht schmecken würde.

Das genau liebe ich am selbst backen, man entscheidet was einem schmeckt und ändert es genau so ab. Ein paar Tipps was man austauschen kann, findet ihr am Ende des Rezepts, das jetzt auch endlich nach sooooooooooo viel Text folgt.

Rezept

Granatsplitter

Aus Plätzchenresten leckere Gebäckstücke zaubern

Gericht Backen
Keyword backen, Resteverwertung
Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 1 Stunde 30 Minuten
Portionen 20 Stück

Zutaten

  • 250 ml Milch
  • 1 Packung Paradiescreme Vanille (für 300 ml Milch)
  • 850 g Plätzchen /Kekse
  • 400 g fertiger Tortenboden/Wiener Boden
  • 6 EL Rum
  • 250 g Kuvertüre
  • 1 Würfel Palmin (16,7g)

Anleitungen

  1. Die Plätzchen in eine Schüssel geben.

  2. Mit den Händen zerbröseln, damit keine großen Stücke mehr vorhanden sind. Es dürfen aber gerne Plätzchenstücke noch sichtbar sein.

    Zuerst nur die Hälfte an Rum dazu geben

  3. Paradiescreme nach Anleitung aber mit nur 250ml Milch zubereiten.

  4. Aus dem Wiener Boden 20 Kreise ausstechen.

  5. Den restlichen Boden mit zu den Plätzchen geben und vermengen

  6. Buttercreme löffelweise dazu geben bis es eine schöne, feste Konsistenz ergibt. Es kann sein das noch mehr Flüssigkeit benötigt wird, dann noch etwas Rum dazu geben.

    Dies kann unterschiedlich sein, denn Plätzchen/Kekse/Kuchen verhält sich immer anders und so sind die Mengen für den Rum nur ca. Angaben

  7. Ich hatte mir die Hilfe von einer kleinen Form genommen, habe diese mit Klarsichtfolie ausgelegt und dann die Granatsplittermasse hineingedrückt.

  8. Wer keine ähnliche Form hat kann entweder die Berge mit der Hand formen oder wie ich es bei meinem ersten Versuch vor ein paar Jahren gemacht habe, einen Eisportionierer nehmen. Hat dann zwar nicht die typische Form, aber man hat immer die gleiche Portion

  9. Kuchenboden auf die Masse drücken und so mit dem restlichen Teig verfahren.

    Ich hatte die Granatsplitter auf ein Blech gestellt und dann zum kühlen in den Kühlschrank gestellt

  10. Für den Guss die Kuvertüre mit dem Palmin im Wasserbad schmelzen.

  11. Ein Gitter auf eine Schüssel stellen und die ersten Granatsplitter darauf platzieren

  12. Mit Kuvertüre übergießen und leicht klopfen, damit die überschüssige Schokolade abtropfen kann

  13. Zum trocknen wieder aufs Blech stellen und kühl lagern

Rezept-Anmerkungen

Tipps:

  • Rum - wer keinen Rum mag oder ohne Alkohol zubereiten will, kann entweder Milch nehmen oder Orangensaft. Es verändert sich jedoch dann der Geschmack der Granatsplitter. Als Ersatz, da für mich ein Rumaroma an den Granatsplitter gehört, könnte man dann noch die kleinen Aromen mit Rum nehmen. So hat man eine alkoholfreie Variante aber mit ähnlichem Geschmack
  •  Es können Kuchenreste genommen werden, Kekse, Gebäck oder einfach was süßes übrig ist. Natürlich verändert sich dann der Geschmack des Granatsplitters ein bisschen, aber das ist ja beim Bäcker genauso. Durch die unterschiedlichen Konsistenzen kann es auch sein, dass man mehr oder weniger Flüssigkeit dazu geben muss, bis man die gewünschte Konsistenz bekommt. Da die Basis diese unterschiedlich schnell aufsaugt. Also nicht wundern, wenn ihr mehr oder weniger Rum benötigt, oder mit der gesamten Menge an Paradiescreme mehr Kekse/Plätzchen etc. verwendet
  • Paradiescreme - ich hatte mich für die klassische Vanille entschieden. Wer es jedoch lieber schokoladiger mag, kann natürlich auch die Paradiescreme mit Schokogeschmack nehmen. Ich hatte auch eine mit weiße Schokolade gesehen, auch diese kann ich mir super vorstellen. 
  •  Espressopulver - bei den Plätzchen hatte ich schon Espressopulver zum auflösen verwendet, um den Kaffeegeschmack mit an die Plätzchen  zu bringen. Wer gerne den Geschmack mag, kann natürlich statt Rum auch Kaffee zum tränken nehmen und für den intensiveren Geschmack auch noch etwas Espressopulver einrühren. 

So einfach geht es die leckeren Granatsplitter vom Bäcker selbst herzustellen.

Seid ihr jetzt auf der Suche nach übrigen Plätzchen oder Keksen? Ich kann sie euch wirklich sehr empfehlen, denn ich persönlich mag gerade kein Plätzchen mehr, aber als Granatsplitter sind sie mindestens genauso lecker wie im Original.

Aber natürlich nicht nur nach Weihnachten sondern auch das ganze Jahr sind die Granatsplitter immer eine gute Idee.

Wenn mal nicht so viel übrig ist, die Paradiescreme nutzen die man braucht, den Rest einfach als Dessert anbieten 😉

Viel Spaß beim nachbacken 🙂

Liebe Grüße

Soni

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